Mr Olympia 2023 – Die Vorschau für die Men´s Open

 

 

Mr Olympia 2023 – Die Teilnehmer in der Open Class und ihre Chancen

 

 

Bald ist es wieder soweit und mit dem Mr. Olympia 2023 steht das absolute Highlight im Kalender aller Bodybuilding-Fans vor der Tür. Nachdem schon der Mr. Olympia 2022, nicht zu Unrecht, als aufregendster Wettkampf mit dem besten Lineup seit Jahren gepriesen wurde, lässt das diesjährige Event sogar auf noch mehr Spannung und Qualität hoffen. Das hat gleich mehrere Gründe. Zum einen wäre da die Wachablösung, die bereits im letzten Jahr eingeläutet wurde. Die alte Garde um Big Ramy, Brandon Curry und Co tritt nach und nach ab und rutscht in den Platzierungen immer weiter nach hinten, während junge, hungrige Athleten wie Derek Lunsford, Nick Walker und andere immer weiter vorrücken. Zum anderen wird es auch interessant zu beobachten, wohin die Entwicklung in Sachen Wertung geht, bzw. auf welche Kriterien die Judges besonders achten werden. Nachdem es jahrelang immer in Richtung von mehr Masse, mehr Härte und kompakteren Athleten ging, schien zuletzt eher wieder die Ästhetik eine größere Rolle zu spielen und größere Athleten wurden bevorzugt. Zu guter Letzt tragen auch die vielversprechenden  Debütanten dazu bei, die Vorfreude auf den Mr. Olympia noch weiter zu steigern. Aus deutscher Sicht ist hier natürlich besonders Roman Fritz zu nennen. Wo können sich die Newcomer platzieren und gelingt vielleicht sogar einem von ihnen auf Anhieb ein ganz großer Wurf? Bald wissen wir mehr. Zur Einstimmung möchten wir an dieser Stelle deshalb alle qualifizierten Athleten kurz vorstellen und eine Prognose abgeben, wie diese unserer Meinung nach abschließen werden.

 

 

Hadi Choopan

 

Wenn man die Kommentarspalten auf Instagram und Co verfolgt, könnte man den Eindruck gewinnen, es wäre bereits beschlossene Sache dass die Regentschaft des Iraners nach nur einem Jahr enden wird. Dabei wäre es mit Sicherheit ein Fehler, den Champ zu unterschätzen. Hadi ist sehr komplett, hat im Prinzip keine wirklich schwache Pose, einen enorm starken Rücken und sehr gute Beine. Ein weiteres Plus ist die hohe Muskelqualität, die so im Feld konkurrenzlos ist. Hadi´s größte Stärke ist aber die einzigartige Härte. Er verfehlt nie die Form und selbst im letzten Jahr, als man zu Gunsten von mehr Volumen auf die letzten paar Prozent in Sachen Schärfe verzichtet hatte, war er trotzdem noch der trockenste Athlet auf der Bühne. Schafft es Hadi, das Volumen des letzten Jahres mit einer Form wie 2019 in Vancouver zu kombinieren, dürfte es für die Konkurrenz schwer werden ihn zu schlagen.

 

Prognose: Auch in diesem Jahr wird Hadi wieder ganz vorne dabei sein und um den Titel mitkämpfen.

 

https://www.instagram.com/reel/CxStc4lPVj2/?utm_source=ig_web_copy_link&igshid=MzRlODBiNWFlZA==

 

 

Derek Lunsford

 

Eigentlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis Derek sich zum ersten Mal den Titel schnappen wird. Wie auch Hadi hat Derek keine wirkliche Schwäche, zudem aber einen sogar noch besseren Rücken, eine extrem schmale Taille und eine allgemein herausragende Linie. Es ist zudem davon auszugehen, dass seine Beine, die letztes Jahr noch etwas unter dem Niveau des Champs waren, sich in der ausgedehnten Offseason deutlich verbessert haben. Erste Bilder scheinen diese Vermutung zumindest zu bestätigen. Was 2022 noch zum Titel gefehlt hat war, dass der Oberkörper trotz an sich hervorragender Form noch ein wenig soft wirkte und Details vermissen ließ, gerade in der Brust, den Schultern und den Armen. Wenn er diese ohnehin kleinen Schwächen ausmerzen konnte, wird Derek nicht aufzuhalten sein, wobei es sich hier auch um eine genetische Gegebenheit handeln könnte, die durch Training nicht zu beseitigen ist.

 

Prognose: Heißer Kandidat auf den Titel

 

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Nick Walker

 

Nachdem es in den letzten Jahren für Nick immer nur nach oben ging in Sachen Platzierungen und Erfolgen, mit dem dritten Platz beim letztjährigen Mr. Olympia als vorläufigem Höhepunkt dieser Entwicklung, hat diese Erfolgssträhne bei der Arnold Classic zum ersten Mal einen Dämpfer erhalten. Nick ist ein absoluter Freak und verdient seinen Spitznamen „The Mutant“. Jeder Zentimeter seines kompakten Rahmens ist vollgepackt mit Muskeln, wobei besonders seine Arme hervorstechen, seine Back Double Biceps wird aktuell nur von Derek Lunsford übertroffen und er liefert regelmäßig in Sachen Härte eine tolle Form. Allerdings hat Nick strukturelle Schwächen, besonders die blockige Taille, und Ästhetik ist nicht wirklich ein Begriff der einem bei Walker zuerst in den Sinn kommt. Auch fehlt es in den Frontposen an Quadsweep, was seine Proportionen etwas aus dem Gleichgewicht bringt und ihn Oberkörperlastig erscheinen lässt. Von hinten ist davon jedoch nichts zu sehen.

 

Prognose: Nick wird sicher wieder eine sehr gute Platzierung einfahren und vermutlich in der Top 5 landen. Ob er sich die aufstrebenden, ästhetischeren Rivalen wie Dauda oder Jacked aber vom Leib halten und seine Platzierung aus 2022 halten oder gar verbessern kann, ist aber zweifelhaft.

 

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Brandon Curry

 

Vom Mr. Olympia 2019 war in der Vorbereitung bisher recht wenig zu sehen, weshalb man an dieser Stelle nur anhand der vergangenen Auftritte eine Prognose abgeben kann. Allerdings ist davon auszugehen, dass sich Stärken und Schwächen bei Brandon nicht großartig verändert haben werden, begleiten ihn diese doch nun schon einige Jahre. Brandon wird demnach einen der besten Oberkörper aller Teilnehmer präsentieren, mit prallen runden Muskelbäuchen, breiten Schultern, einem hervorragenden Rücken und einer schönen Linie. Allerdings ist es der Unterkörper, der Brandon stets davon abgehalten hat noch viel dominanter zu sein, als er es zu seinen besten Zeiten ohnehin schon war. An den Beinen fehlt es einfach an Masse, Schwung in den Quads und Details und daran wird sich auch dieses Jahr voraussichtlich nichts ändern.

 

Prognose: Für die Top 5 wird es vermutlich noch reichen, aber es wird eng.

 

https://www.instagram.com/reel/CxdXauJtDXa/?utm_source=ig_web_copy_link&igshid=MzRlODBiNWFlZA==

 

 

Samson Dauda

 

Was hat dieser Mann nur für einen Aufstieg hingelegt! Noch vor wenigen Jahren eher ein Bodybuilder aus dem oberen Mittelfeld, war er hauptsächlich dafür bekannt, dass er sich im Rahmen der Pandemie für zwei Wochen in Südkorea in seinem Hotelzimmer hat einsperren lassen um an der Monsterzym Pro teilzunehmen (auf der er dann Zweiter wurde). Doch seitdem er mit Milos Sarcev zusammenarbeitet, geht es für Samson´s Karriere steil bergauf. Bereits 2021 zeigte er sich stark verbessert und konnte auf der Prague Pro seinen ersten Sieg bei den Pos einfahren. 2022 konnte er sich schließlich im Kreis der absoluten Top-Pros etablieren und sich beim Mr. Olympia in einem starken Lineup in der Top 6 platzieren. Kurz darauf dann der bisherige Höhepunkt seiner Karriere als er bei der Arnold Classic den Sieg vor einem starken Nick Walker und einem Andrew Jacked in Topform holen konnte.

Samson ist mittlerweile einer der massivsten Bodybuilder in der IFBB und wiegt in der Offseason weit über 300 lbs bei guter Form. Zudem ist er auch sehr groß, hat gute Muskelbäuche und eine klassische Linie, eine gefährliche Kombination. Lediglich der Rücken fällt etwas ab, zudem hat er auch genetisch bedingt dickere Haut, was ihn optisch etwas an Schärfe kostet. Trotzdem darf man gespannt sein, ob es für den „Nigerian Lion“ dieses Jahr sogar noch weiter nach oben geht, vielleicht sogar nach ganz oben.

 

Prognose: Ein Kandidat für die Top 3, selbst der Titel ist nicht gänzlich ausgeschlossen.

 

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Hunter Labrada

 

Der Sohn von Bodybuilding Legende Lee Labrada musste 2021 viel Kritik einstecken, weil er nach Meinung vieler Fans auf dem Mr. Olympia besser platziert wurde als er verdient hätte. 2022 verfehlte er dann etwas die Topform und hatte offensichtliche Probleme mit der Mittelpartie, weshalb er vom 4. Platz im Vorjahr auf den 7. Platz abrutschte. Allerdings muss man, bei aller berechtigten Kritik, auch festhalten, dass Hunter, besonders für sein junges Alter, ein sehr kompletter und guter Bodybuilder ist mit wenig echten Schwachstellen. Auf der Tampa Pro 2023 zeigte er sich zudem stark verbessert (insbesondere am Rücken) und in hervorragender Form, der verdiente Sieg war das logische Ergebnis. Auch auf der Texas Pro trat er in einer starken Verfassung an und lieferte sich einen spannenden Zweikampf mit Andrew Jacked, musste sich letztendlich diesem aber geschlagen geben. Hauptgrund dafür dürfte gewesen sein, dass er nach mehreren Vergleichen sichtbar abbaute und auch die Kontrolle über den Bauch war nicht immer perfekt.

 

Prognose: Zeigt er sich in einer Form wie zuletzt und kriegt seine Mittelpartie in den Griff ist die Top 10 sicher, die Top 6 möglich.

 

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Andrew Jacked

 

Ein weiterer Shootingstar der Szene ist Andrew Jacked. 2022 kam er quasi aus dem nichts und hat auf Anhieb seine ersten beiden Contests gewonnen, in dominanter Manier und gegen namhafte Konkurrenten wie Steve Kuclo und James Hollingshead. Es folgte das Olympia-Debut, bei dem er sich einen äußerst respektablen 8. Platz sichern konnte. Anschließend konnte er bei der Arnold Classic sogar einen stark verbesserten Big Ramy schlagen und kämpfte mit Nick und Samson um den Sieg.

Andrew ist ein Phänomen und sticht aus der Reihe der besten Bodybuilder der Welt noch hervor. Mit einer sagenhaft ästhetischen Struktur, vielen Details vor allem im Oberkörper, seiner Größe, seiner Masse und seiner Bühnenpräsenz ist er bei jedem Wettkampf gefährlich und sein Potenzial scheint nahezu grenzenlos. Seine Abs & Tighs-Pose ist nicht nur die beste im Game, sondern sogar mit die beste in der Geschichte des Sports. Perfekt ist Andrew allerdings nicht. Der Rücken ist nicht schlecht, könnte aber noch besser sein um bei seiner Größe voll zu wirken und die Beinbeuger hängen hinterher, was ihm besonders in den Seitposen schadet. Da Andrew (angeblich) bereits 39 Jahre alt ist, ist fraglich ob er sich erheblich steigern kann. Und zu guter Letzt trifft Andrew auch nicht immer die Form bzw. war er überhaupt noch nie wirklich komplett abgezogen. Trotzdem ist ihm grundsätzlich alles zuzutrauen.

 

Prognose: Trifft er die Form, wird es für die Top 6 reichen. Für die ganz vorderen Plätze wird es dieses Jahr noch nicht ganz reichen.

 

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Michal „Krizo“ Krizanek

 

Als Krizo in die IFBB Pro League gewechselt ist, hagelte es erstmal ordentlich Kritik. Hauptgrund dafür dürfte sein, dass er kaum eine Gelegenheit ausgelassen hatte, gegen IFBB-Pros zu sticheln bevor er den Verband gewechselt hatte. Und was wurde ihm nicht alles vorgeworfen: Rücken und Beine seien schlecht, er könnte nicht die nötige Form bringen und das Posing sei miserabel, kurz: Krizo sei nicht annähernd konkurrenzfähig in der Bodybuilding-Elite.

Natürlich war das maßlos übertrieben, wie der ungefährdete Sieg bei seiner ersten Pro-Show und der absolut respektable 12. Platz beim Mr. Olympia 2022 schnell deutlich gemacht haben. Ja, das Posing lässt definitiv zu wünschen übrig und die Form ist noch nicht zu 100% on point aber wer ihm grundsätzlich die Klasse abspricht, hat schlicht keine Ahnung. Krizo dürfte aktuell die besten Arme aller Teilnehmer haben, Brust und Schultern sind kaum schlechter, die Beine sind gut ausgeprägt und haben eine tolle Form und der Rücken ist weit besser als viele behaupten. Lediglich im Back Latspread würde ihm etwas mehr Weite guttun. Der einzig wirklich schwache Muskel ist der Gluteus, welcher aber nicht zu den wichtigsten Muskelpartien gehört. Und bei der Empro Classic zeigte sich der Slowake in der besten Form seines Lebens, in Sachen Härte gab es hier nicht das Geringste auszusetzen.

 

Prognose: Krizo wird dieses Jahr in die Top 10 aufsteigen, selbst die Top 6 ist nicht ausgeschlossen.

 

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Andrea Presti

 

Bei seinen bisherigen Auftritten beim Mr. Olympia hat es für den stärksten italienischen Bodybuilder bisher nur für den geteilten letzten Platz gereicht. Das könnte sich allerdings dieses Jahr ändern. In der Vergangenheit waren die Beine immer etwas zu schwach im Vergleich zum hervorragenden Oberkörper. Das ist grundsätzlich zwar noch immer so, aber zumindest sind klare Verbesserungen im UK zu erkennen und die Dysbalance ist bei weitem nicht mehr so prägnant wie bisher. Zudem hat Andrea spektakulär weite Schultern, was ihm ein dominantes Auftreten verschafft und bringt in der Regel ein starkes Conditioning an den Start.

 

Prognose: Zwischen Platz 11 und 16 ist alles drin, für die Top 10 reicht es aber noch nicht.

 

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Roman Fritz

 

Lange Zeit hieß es, Roman würde es niemals zum Mr. Olympia schaffen. Mit seiner kompromisslosen Art zu trainieren (mehrfach am Tag und zwar an jedem), sich zu ernähren (Extrem High Carb und low Fett) und seiner Angewohnheit, nahezu ganzjährig in Wettkampfform zu bleiben würde er nie die notwendige Masse aufbauen um mit den besten Bodybuildern mithalten zu können. Es wurde auch beinahe zum Meme ihm zu raten, es doch mal in der Classic Physique zu versuchen, was angesichts seines Gewichts natürlich absurd war. Aber dieses Jahr hat Roman dann den Kritikern (inklusive mir selbst) das Maul gestopft, sich endlich die ersehnte Qualifikation auf dem Bigman Weekend geholt und fährt nun tatsächlich zum Mr. O.

Romans Stärken sind seine klassische Linie, gute Beine und vor allem seine unvergleichliche Härte. Romans Offseason-Form ist besser, als die Bühnenform vieler anderer Pros und in Wettkampfform ist er ein wandelndes Anatomie-Schaubild. Leider fehlt es ihm insgesamt trotzdem noch etwas an Masse und insbesondere die Rückendichte müsst sich noch verbessern, um bei den Top-Pros konkurrenzfähig zu sein. Aber das kann ja in den nächsten Jahren noch kommen.

 

Prognose: Für Roman gilt zunächst einmal: Dabeisein ist alles. Sollte er den 15. Platz erreichen, wäre das angesichts der bärenstarken Konkurrenz schon ein voller Erfolg.

 

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Hassan Mostafa

 

Ginge es bei Bodybuilding nur darum, wer die meisten Muskeln hat, Hassan wäre ein heißer Kandidat auf den Titel. Mit geradezu grotesken Beinen und gewaltigen Armen, ist Hassan pound for pound einer der muskulösesten Athleten der Welt und ein absoluter Freak. Aber wo Licht ist, ist meist auch Schatten. In Hassan´s Fall sind es die etwas schmalen Schlüsselbeine, die ihm einen gedrungenen Look bescheren, in Kombination mit der breiten Hüfte und der etwas ausladenden Mittelpartie, die ihm im Vergleich zu den Topleuten im Weg stehen. Hinzu kommt, dass Hassans Form oft nicht auf den Punkt ist und er meist die nötige Härte vermissen lässt. Wenn er diese aber trifft, ist er durchaus gefährlich.

 

Prognose: Je nach Form wird Hassan sich entweder ganz hinten einordnen müssen oder sogar an die Top 10 heranrücken. Wenn ich raten müsste, würde ich eher auf erstere Option tippen.

 

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Justin Shier

 

Justin steht dieses Jahr zum ersten Mal auf der Olympia-Bühne und das wird dann sogar erst sein zweiter Auftritt als Pro überhaupt. Man kann also durchaus von einem kometenhaften Aufstieg sprechen, der sich in Zukunft noch fortsetzen dürfte. Dafür sprechen seine ansprechende Linie sowie die erstklassigen Arme. Auch die Beine können durchaus auf hohem Niveau mithalten. Lediglich der Rücken fällt im Vergleich doch ab und wird ihn in den Back-Posen zwangsläufig Punkte kosten. Außerdem war seine Form auf der Chicago Pro noch nicht auf dem Level, dass von einem Top-Profi erwartet wird. Was allerdings für Justin spricht ist, dass er mit Matt Jansen einen der erfolgreichsten Coaches der Szene auf seiner Seite hat und somit dahingehend in guten Händen ist. Man darf gespannt sein, was die Zukunft für den ehemaligen BMX-Fahrer bereithält.

 

Prognose: Für die oberen Ränge wird es nicht reichen, eine Platzierung zwischen 11 und 15 ist aber durchaus möglich.

 

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Tonio Burton

 

Der ehemalige 212-Athlet wird gerne auch als „kleiner Dexter Jackson“ bezeichnet. Und wenn man sich seinen Körper anschaut zeigen sich hier durchaus Ähnlichkeiten. Tolle Symmetrie und runde Muskelbäuche zeichnen Tonio aus, eben wie bei The Blade. Einen großen Unterschied gibt es aber doch, und der ist in diesem Fall eben entscheidend: Da Tonio ein recht kleiner Bodybuilder ist, fehlt es ihm schlicht und ergreifend an Masse um ganz vorne mitspielen zu können. Zwar hat er kaum eine Schwäche aber neben größeren Athleten im Lineup geht er gerne etwas unter, wie man gegen Ross Flanigan auf der Cali Pro sehen konnte. Mit ein paar Kilo mehr Fleisch würde die Sache anders aussehen aber aktuell fehlt es ihm hieran noch.

 

Prognose: Alles andere als der letzte Platz wäre eine große Überraschung.

 

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Behrouz Tabani

 

Spannender als die Frage, wo Behrouz sich platzieren wird ist, ob er es überhaupt zum Mr. Olympia schaffen wird. Denn wie bereits im letzten Jahr zeichnen sich auch dieses Mal wieder Probleme mit der Visavergabe ab und könnten dafür sorgen, dass er erneut nicht teilnehmen kann. Dasselbe Problem hatte bekanntlich auch Hadi in der Vergangenheit, ebenfalls Iraner, allerdings hat dieser einen amerikanischen Sponsor, der ihn unterstützt. Und das wäre verdammt schade, denn Behrouz ist ein begnadeter Athlet, der es verdient hätte sich mit den Besten zu messen. Eine grandiose Linie, keine Schwächen oder Dysbalancen und dazu immer staubtrocken. Vielleicht fehlt ihm noch ein Ticken mehr Fleisch am Körper aber das ist schon Kritik auf allerhöchstem Niveau. Drücken wir die Daumen, dass die Politik ein Einsehen hat und diesem tollen Sportler nicht diese Chance verwehrt.

 

Prognose: Lässt man ihn teilnehmen, ist Behrouz vieles zuzutrauen, sogar die Top 10.

 

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Phil Clahar

 

Da Kamal Elgargni zwar qualifiziert ist, aber aller Wahrscheinlichkeit in der 212-Klasse antreten wird, ist Phil der mit Abstand älteste Athlet im Feld. Ansehen tut man ihm das aber nur bedingt. Zwar war sein Sieg über Hassan Mostafa bei der Orlando Pro etwas umstritten, dass Phil ein sehr guter Bodybuilder ist aber nicht. Besonders in der Rückansicht besticht er mit Masse und Details, seine Back Double Biceps ist schlicht eine Wucht. Ganz lässt sich das Alter dann aber doch nicht verbergen, besonders seine Mittelpartie ist etwas unschön und zeigt auch die typischen Probleme älterer Athleten, in Form von schlaffer Haut.

 

Prognose: Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Phil Clahar den geteilten letzten Platz belegen.

 

https://www.instagram.com/reel/Cu2CsiStHF8/?utm_source=ig_web_copy_link&igshid=MzRlODBiNWFlZA==

 

 

Ross Flanigan

 

Mit der am schwierigsten einzuschätzende Bodybuilder im gesamten Lineup. Hauptsächlich, weil er bisher kaum in Erscheinung getreten ist und dann wie aus dem nichts bei der Cali Pro 2023 den Favoriten Tonio Burton schlagen konnte. Dabei zeigte sich der Besitzer einer Supplement-Firma, der Bodybuilding nach eigener Aussage eigentlich nur nebenbei betreibt, in herausragender Form, bretthart, mit hervorragendem Unterköper und insgesamt guter Masse. Bei der darauf folgenden Toronto Pro musste er sich dann aber Ian Valliere und Hassan Mostafa geschlagen geben. So oder so ist die Teilnahme am größten Bodybuilding-Event des Jahres schon ein beachtlicher Erfolg.

 

Prognose: Schwer einzuschätzen, aber vermutlich wird sich auch Ross mit dem letzten Platz zufriedengeben müssen.

 

https://www.instagram.com/reel/CxjAm-CxnKg/?utm_source=ig_web_copy_link&igshid=MzRlODBiNWFlZA==

 

 

Nathan De Asha

 

Auch bei Nathan ist es schwierig vorauszusagen, ob er überhaupt am Mr. Olympia teilnehmen kann. Er war bereits die letzten 4 Jahre qualifiziert, durfte aber aufgrund einer Vorstrafe nicht in die USA einreisen. Ob diese Probleme zwischenzeitlich behoben wurden ist unklar und darf bezweifelt werden. Wenn er jedoch antritt, so darf er durchaus zu den stärkeren Athleten im Feld gezählt werden. Nathan zeichnet sich besonders durch seine runden Muskelbäuche, die vielen Details und gute Arme aus. Insgesamt wirkt er recht komplett und trifft zudem regelmäßig die Form, dies scheint sich seit der Zusammenarbeit mit Stefan Kienzl nicht geändert, sondern sogar weiter verbessert zu haben. Gegen den Briten spricht, dass sein Bizepsabriss im linken Arm noch deutlich in Form einer Dysbalance zu erkennen ist und natürlich seine genetisch bedingt „überlange“ Mittelpartie, die durch den hohen Latansatz optisch noch betont wird.

 

Prognose: Nathan wird wahrscheinlich die Top 10 knacken. Sofern er überhaupt antritt.

 

https://www.instagram.com/reel/Cxm23uwI1gi/?utm_source=ig_web_copy_link&igshid=MzRlODBiNWFlZA==

 

 

Regan Grimes

 

Regan galt lange Zeit als ewiges Talent im Bodybuilding, das trotz einzelner Siege auf Wettkämpfen und hervorragender Voraussetzungen doch nie wirklich den Durchbruch geschafft hat. Oftmals hatte man auch das Gefühl, dass Regan nicht bereit war in Sachen Bodybuilding all in zu gehen und die geforderte Masse aufzubauen um vorne mitspielen zu können. 2018 trat er sogar in der Classic Physique statt in der open division an. Doch seit der Kanadier mit Milos Sarcev zusammenarbeitet, scheint er den Schalter umgelegt zu haben. So verzichtete er beispielsweise trotz Qualifikation auf eine Teilnahme am Mr. Olympia 2022 um im Rahmen einer ausgedehnten Offseason ordentlich Masse aufzubauen. Und das hat offensichtlich funktioniert, wie man bei seinen Aufritten in Europa bzw. seinem Zweikampf mit Nathan gesehen hat. Er ist zwar noch immer kein Massemonster, aber definitiv einer der massiveren Athleten im Feld. Abgesehen von der hinzugekommenen Masse hat Regan auch seine alten Stärken nicht verloren, also sein exzellenter Rücken und die ansprechende Struktur. Dass seine Bizeps keinen Peak haben und generell in der Frontansicht eher mittelmäßig sind ist dabei eher zu verschmerzen als die Tatsache, dass Regan öfters mal die letzte Schärfe fehlt. Sein Abschneiden wird also stark davon abhängen, ob er die Form trifft.

 

Prognose: Je nach Tagesform ist für Regan alles vom letzten bis zum 9. Platz drin.

 

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Charles Griffen

 

Charles Griffen ist ein Paradebeispiel dafür, dass im Bodybuilding Kleinigkeiten eine große Wirkung haben können. Im Prinzip hatte Charles schon seit Jahren das Zeug dazu, ein richtig starker Bodybuilder zu sein. Tolle Arme und Beine auf einem sehr guten Niveau, meist in sehr guter Form und dazu ein massiver und sehr dichter Rücken. Trotzdem landete er bei den Wettkämpfen zwar meist auf Podiumsplätzen aber konnte sich nur ein einziges Mal einen Sieg holen. Der Grund dafür war seine äußerst unansehnliche Mittelpartie, die den Gesamteindruck seiner Physik völlig aus der Balance warf. Eine blockige Taille, kombiniert mit kaum sichtbaren und dazu noch asymmetrischen Abs. Doch Charles wusste sich zu helfen und trainierte sich über die Jahre eine, für seine Masse, beeindruckende Vakuum-Pose an, die er seitdem bei den meisten Frontposen einsetzt, mit beachtlichem Erfolg. Nicht nur wirkte seine Taille sofort schmaler, begünstigt durch den ausladenden Latissimus, auch die schlechten Abs wurden dadurch erfolgreich kaschiert. Seitdem gehört Charles in jeder Show zu den Favoriten und konnte sich 2022 beim Mr. Olympia 2022 den 14. Platz sichern, was angesichts von über 30 Teilnehmern und der bockstarken Konkurrenz ein sehr gutes Ergebnis ist. Auf dem Legion Sports Festival zeigte er sich zuletzt zudem auch in einer sehr guten Form.

 

Prognose: Charles könnte die Platzierung aus dem Vorjahr sogar übertreffen und an die Top 10 heranrücken.

 

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Theo Leguerrier

 

Frankreichs aktuell stärkster Bodybuilder war Teil jenes Ensembles an Athleten (unter anderem Tim Budesheim, Roman Fritz und Alfred Chririac), die in der Endphase der Qualifikation die europäischen Wettkämpfe abklapperte, um sich auf den letzten Drücker doch noch die Teilnahme am Mr. Olympia zu holen. Und bei der buchstäblich letzten Gelegenheit ist ihm das dann auch gelungen, vor allem da Nathan de Asha in Italien nicht mehr am Start war. Damit nimmt er nun zum zweiten Mal in Folge am prestigeträchtigsten Event im Bodybuilding teil. Theo bringt ein recht ausgewogenes Paket an den Start, eine gute Kombination aus Masse und Form, ohne eklatante Schwachstellen, wenn auch ohne herausragende Stärken. Zudem gefällt er mit einer verhältnismäßig schmalen Taille und einem insgesamt recht ästhetischen Look. Um bei den ganz großen Shows eine noch größere Rolle zu spielen, fehlt es ihm allerdings noch etwas an Masse, auch könnte er noch einen Ticken härter kommen, wobei die Tendenz in diesem Bereich nach oben geht. Mit 31 Jahren bleibt ihm aber noch Zeit, sich zu verbessern und in Zukunft noch gefährlicher zu werden.

 

Prognose: Wird sich vermutlich auch dieses Jahr eher auf den hinteren Plätzen einordnen müssen.

 

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Die LiLo-Prognose für die Top 5

 

1. Derek Lunsford

2. Hadi Choopan

3. Samson Dauda

4. Nick Walker

5. Brandon Curry

 

 

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